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Dekonstruktion 2010

Dekonstruktion 2010
Deconstruktion 2010

Dekonstruktionen - Reliefs und Kleinplastiken aus Büchern
Deconstructions - reliefs and small sculptures made of book
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Wie die Steine von Mauern stehen die Buchstaben beieinander: gemauerte Worte bauen das Texthaus.

Wenn Worte zum Baustoff werden, dann können auch Bücher zum Baustoff werden?
Sie sind nicht nur inhaltlich lebenswichtig, auch ihre ästhetische Form und Beschaffenheit ist faszinierend.
So untersuche ich seit einigen Jahren die Möglichkeiten, die der Rohstoff „Buch“ zur konkreten ästhetischen Auseinandersetzung bietet.

Es entstanden  „Dekonstruktionen“, angelehnt an den Begriff der Dekonstruktion der postmodernen Philosophen. Das meint nicht Destruktion, also Zerstörung. Es meint eher so etwas wie „Entlarvung“ oder „Zerlegung“. Lyotard spricht davon, dass es darum gehen müsse, das Nichtsichtbare sichtbar zu machen. Ähnliches meint vielleicht auch Wittgenstein: „Was gezeigt werden kann, kann nicht gesagt werden“ (TL, Bd 4 1212).
So entstehen immer mehr Werke aus dem Werkstoff „Buch“: kleine Skulpturen und Reliefs, die ausschließlich durch Buchbindeleim zu neuen Aussagen zusammen gefügt werden.

 

 

poem of the global village 13

poems of the global village 2010

Poems of the global village - Lithografien/ Lithography

 

seit 2010 entstehen die „Poems of the global village“. Es handelt sich um Farblithografien, die sich mit der Oberfläche von Wolkenkratzern aus verschiedenen Städten der Welt beschäftigen.
Fotos der Fassaden werden auf Lithosteine umgedruckt und dann im weiteren Druckprozess zu ganz neuen Bildern gestaltet.
Dabei entstehen ausschließlich Unikate, die sich mit der Vielfalt der Betrachtungsweisen beschäftigen und die den Rhythmus der Oberflächen – ähnlich der Metrik von Gedichten - betonen.

Einige Arbeiten sind einfarbig, andere mehrfarbig, es entstehen nur Unikate.

„’Das Bild selbst sagt mir sich selbst’ – möchte ich sagen. D. h., dass es mir etwas sagt, besteht in seiner eigenen Struktur, in seinen Formen und Farben.“ (Wittgenstein, „Philosophische Untersuchungen, 523).

Ich versuche also die Architektur als Text sichtbar zu machen, die Metrik der Städte zu verdeutlichen und zu erforschen.


   

Die Metrik der Städte

Beim Zeichnen versuche ich die „Schreibweise“ – wie Roland Barthes vielleicht sagen würde – der Städte zu ergründen.
Es geht also nicht um die detaillierte, wieder erkennbare Abbildung einer Stadt, sondern um die Beschreibung des Textes „Stadt“. „Wie kann man durch Denken die Wahrheit lernen? Wie man ein Gesicht besser sehen lernt, wenn man es zeichnet.“ (Wittgenstein, Zettel 255).
Dabei fand ich heraus, dass die Schreibweisen sich überall auf der Welt ähneln. Die Fassaden der Massenbehausungen sind in ihrer Metrik überall gleich (siehe oben).
Es geht also bei den Zeichnungen nicht um die folkloristische Darstellung von Stadtlandschaften, sondern um die Ergründung der Metrik.